Liebe Community,
mein Kollege Max Bernhard ist aktuell als Reporter für CORRECTIV in Ceuta. Er recherchiert, welche Rolle Aufrufe in Sozialen Netzwerken bei der Massenüberquerung der Grenze zwischen Marokko und Spanien gespielt haben.
Zehntausende Menschen haben Ende Juli versucht, über die spanischen Exklave nach Europa zu gelangen – mehr als hundert kamen dabei ums Leben, die meisten sind inzwischen zurückgekehrt. Was hat sie bewegt? „Einige Geflüchtete berichten mir, dass sie Posts gesehen hätten, dass die Grenze ‚offen‘ sei beziehungsweise sich leicht überqueren ließe“, schreibt Max über seine Gespräche mit Menschen vor Ort. „Sie sagen aber auch, dass sie zum Beispiel vorher Freunde in Ceuta gefragt hätten, ob das stimmt. Ein blindes Vertrauen in die Beiträge aus den Sozialen Netzwerken gab es also nicht unbedingt.“
Das Bild am Anfang des Newsletters hat mir übrigens auch Max geschickt. Darauf zeigt ihm ein Interviewpartner in Ceuta, welche Videos auf Arabisch zum Grenzübergang kursieren.
Inzwischen kursieren in den Sozialen Netzwerken Beiträge über einen weiteren Versuch, über Ceuta nach Europa zu gelangen, etwa am 15. August. Meine Kollegin Kimberly Nicolaus hat darüber berichtet. Neben Diskussionen über mögliche Orte, Tage und Wege fand sie auch eine Falschbehauptung auf Arabisch: Die spanische Regierung habe beschlossen, die Grenzübergänge am 15. August zu öffnen.
In einer solchen unübersichtlichen Lage verbreiten sich viele irreführende oder erfundene Behauptungen, auch in Deutschland. Habt ihr auch Beiträge, Videos oder Bilder gesehen, die angeblich aus Ceuta kommen, bei denen ihr aber Zweifel habt? Schickt sie uns gern hier. Erste Faktenchecks dazu findet ihr direkt im nächsten Newsletter-Abschnitt.
Liebe Grüße
Viktor Marinov
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