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27. March 2026

Werkstatt-Bericht

Zehn Community-Mitglieder, zwei Tage in der Redaktion: In unserer Werkstatt haben Community-Mitglieder gemeinsam recherchiert, diskutiert und das Projekt weiterentwickelt. Warum Mitmachen hier mehr bedeutet als Kommentare schreiben.

Max Bernhard, OSINT-Experten der Faktencheck-Redaktion, berichtet Teilnehmenden der faktenforum-Werkstatt von seinen Recherchen zu russischer Desinformation.

Bild: Steffen Kutzner / CORRECTIV

Max Bernhard, OSINT-Experten der Faktencheck-Redaktion, berichtet Teilnehmenden der faktenforum-Werkstatt von seinen Recherchen zu russischer Desinformation.

Liebe Community,

ich bin noch ein bisschen müde – und gleichzeitig ziemlich begeistert. Vergangenes Wochenende haben wir zehn Community-Mitglieder in unsere Berliner Redaktion eingeladen, zur ersten Faktenforum-Werkstatt.

Viele kannten sich vorher kaum, wussten nicht mehr voneinander als den Nutzernamen. Und trotzdem hat der Austausch sofort funktioniert. Vielleicht, weil uns ein sehr konkretes Anliegen verbindet: das Ziel, gemeinsam gegen Desinformation anzugehen.

Genau darum ging es in der Werkstatt: Wie kann Zusammenarbeit im Faktenforum noch besser gelingen? Und was braucht es, damit ihr euch selbstsicherer und wirksamer einbringen könnt? Gemeinsam haben wir den Faktencheck-Prozess in unserer Community-Redaktion hinterfragt, ausprobiert und weiterentwickelt. Im Bild oben seht ihr meinen Kollegen und OSINT-Experten der Faktencheck-Redaktion Max Bernhard, wie er von seinen Recherchen zu russischer Desinformation berichtet. Die neueste findet ihr in den Lesetipps verlinkt.

Ein Ergebnis: Es gibt jetzt zehn Community-Guides im Faktenforum. Sie unterstützen euch bei Recherchen, geben Tipps und helfen beim Einstieg. Wenn ihr euch auf der Plattform einloggt, erkennt ihr sie am Fähnchen neben dem Profilbild – und könnt sie jederzeit ansprechen.

In den zwei Tagen Faktenforum-Werkstatt habe ich erlebt, was wir mit „redaktioneller Gesellschaft“ meinen. „Um den Ausgleich und Chancengerechtigkeit zu schaffen, müssen wir mehr Menschen in die Lage versetzen, Informationen zu sammeln, auch die Argumente der Gegenseite abzuwägen, sich dann eine eigene Meinung zu bilden und diese fair und klar vorzubringen“, schreibt CORRECTIV-Gründer und Publisher David Schraven dazu. Am besten gelingt das, wenn Menschen Informationen selbst prüfen, gemeinsam recherchieren und Wissen teilen. 

Habt ihr Ideen dazu, dann schreibt mir gerne. Und wenn ihr gerade bei einer Recherche nicht weiterkommt: Fragt im Forum nach. Die Redaktion – und jetzt auch die Community-Guides – unterstützen euch dabei. 

Viele Grüße

Anna Süß

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